DL4OCH Amateurfunk und Elektronik

April 7, 2015

Ein 100W Dummyload bis 150 MHz

Filed under: Bauprojekte — Schlagwörter: , — DL4OCH @ 10:35 pm

Dummy_aussen

Angeregt von der Bastellaune meines OVs, habe ich mich mal daran gemacht, ein einfaches Dummyload für die Kurzwelle mit 100 Watt Belastbarkeit und einem -30dB Messausgang zu entwerfen.
Bis auf die Eingangs-Widerstände aus dem Hause Isabellenhütte besteht alles andere aus Altteilen aus der Bastelkiste. Das Gehäuse besteht aus Resten von TNC-Gehäusen, die Kühlkörper waren auch noch über.

Dummyload

Kernstück der Schaltung sind 2 Hochlastwiderstände mit jeweils 100 Ohm, die am Eingang parallel geschaltet sind. Zur besseren Wärmeabfuhr sind diese direkt mit dem Kühlkörper verschraubt. Man erkennt sie im Bild 2 recht bei der N-Buchse. Gefolgt ist eine Kette von 11 Stück 68 Ohm Leistungswiderständen mit jeweils 5 Watt. Diese lagen in meiner Bastelkiste noch herum und ergeben aufgrund der Bauteiltoleranz recht genau die geforderten 770 Ohm. Links in Bild 2 erkennt man eine kleine Lochrasterplatine. Hier sind 2 SMD-Widerstände á 100 Ohm parallel geschaltet um eine Ausgangsimpedanz von 50 Ohm zu erhalten.

Dummy_innenBild2

Ich ging eigentlich davon aus, dass die 68 Ohm Widerstände eine so hohe Induktivität haben, dass eventuell noch nicht einmal die komplette Kurzwelle am Messausgang halbwegs die gleiche Auskopplung hat, aber ich wurde eines besseren belehrt. Von vorn herein war klar, dass aufgrund der Bauform die Widerstände von Isabellenhütte eine obere Grenze von 150 MHz erzwingen. Dies wurde auch bestätigt.

Bei der Messung der Restwelligkeit am Eingang liegt diese bei 50 MHz noch unter einem VSWR von 1,1:1 und steigt bei 145 MHz nicht über 1,4. Somit kann man das Dummyload auch bedingt auf 2m einsetzen, auf 70cm geht allerdings nichts mehr.

swr in

Wie erwartet sieht die Anpassung an der -30dB-Auskopplung entsprechend besser aus, da hier SMD-Widerstände direkt an die BNC-Buchse gelötet wurden:

swr out

Am interessantesten ist aber die relative Linearität der Auskopplung über einen doch recht weiteren Frequenzbereich. Hierdurch lassen sich recht genau Rückschlüsse auf das eingespeiste Signal machen. Bis 50 MHz liegt  die Toleranz bei 0.05 dB bei einer Gesamtabweichung von 0.2 dB. Selbst bei 145 MHz ist mit einer Auskopplung von -29.53dB noch ausreichend Genauigkeit vorhanden.

attn

Die Gesamtkosten für das Projekt belaufen sich auf die Anschaffung der Hochlast-Widerstände beim Funkamateur zu insgesamt 22.40€ (Bauteil: 100R-100W).

______________________________________________________________________

Die folgenden Daten sollen für das Finden der richtigen Widerstände für den -30dB-Abzweig dienen:

Spannung/Strom an der kompletten Auskoppelkette bei 100 Watt: 68,629V / 0,0837A

Je nach Wahl des Widerstandes muss dieser die folgende Leistung aushalten:

(68,629V / 820  ) * Wert des Widerstandes  = Spannung am Widerstand (Ur)
Ur * 0,0837A = Pr (Leistung am Widerstand in Watt)

 

Die 2 Abschluss-Widerstände des -30dB Ausgangs müssen jeweils 175mW aushalten.

Drahtwiderstände scheiden aufgrund ihrer hohen Induktivität aus. Metallschicht/Film, oder Kohleschichtwiderstände sind möglich.

vy73 de Wilm,
DL4OCH

 

 

 

 

April 1, 2015

Messungen am Wouxun KG-UV8D

Filed under: Uncategorized — DL4OCH @ 10:54 am

Wouxun KG-UV8D

Vorwort:

Gereizt hat mich dieses Wunderwerk chinesischer Handwerkskunst schon länger. Farbdisplay, ein echter zweiter Empfänger, ein funktionierendes Squelch und endlich mal eine NF-Lautstärke, dass man sich nicht das Gerät gleich ans Ohr halten muss.

Ob die inneren Werte dem entsprechen, was man erwartet, das überlasse ich mal wieder ganz und gar dem Leser. Ich bin zumindest mit den Gerät mehr als zufrieden. Mich verblüffte schon immer die schneidende NF-Widergabe. Sollten meine Messwerte, ich habe sie 3 mal wiederholt, stimmen, dann ist es Rätsels Lösung einfach: Bei 8,9 KHz RX-Bandbreite muss die NF bei Spitzenhub einfach anecken. Die Programmierung des Geräts ist ein mittelprächtiges Grauen, man kann aber weiterhin das Programmierkabel der Baofeng-Geräte verwenden. Hier sind die Chinesen untereinander kompatibel. Dies gilt allerdings nicht für die Antennen. Wie andere Hersteller auch, wird hier eine echte SMA-Buchse verwendet.

Messungen:

1. Nebenwellenabstand 2m, kleine Leistung:

uv8d_144_low

 

2.  Nebenwellenabstand 2m, große Leistung:

uv8d_144_high

 

3. Nebenwellenabstand 70cm, kleine Leistung:

uv8d_435_low

4. Nebenwellenabstand 70cm, große Leistung:

uv8d_435_high

5. Sendeleistung:

145 MHz low 1,49 W
145 MHz high 5,43 W
435 MHz low 1,35 W
435 MHz high 4,62 W

 

6. Hub:

FM 4,15 kHz
FM-N 2,70 kHz

 

7. Eingangsempfindlichkeit:

145 MHz FM 20dB SINAD -121,5 dBm
435 MHz FM 20dB SINAD -121,2 dBm

 

8. Empfängerbandbreite:

8,9 kHz -0,25 kHz  (kaum zu glauben, aber 3 mal gemessen)

 

Messungen am UV5R Plus

Filed under: Bauprojekte — DL4OCH @ 9:50 am

Heute musste mein altes Baofeng UV5R-Plus für Messungen herhalten. Wie immer kommentiere ich die Messwerte nicht, sondern lasse jedem selbst seine eigenen Schlüsse zu.
Man sollte aber beachten, dass die Nebenwellen an einem Messplatz gemessen wurden. Wie sich die Abstrahlung mit der mitgelieferten Antenne verhält, kann ich leider nicht messen.

 

1. Nebenwellenunterdrückung 2m low-power

uv5r_plus_2m_high

2. Nebenwellenunterdrückung 2m high-power

uv5r_plus_2m_high

 

3. Nebenwellenunterdrückung 70cm low-power

uv5r_plus_70cm_low

 

4. Nebenwellenunterdrückung 70cm high-power

uv5r_plus_70cm_high

 

5. Ausgangsleistung:

144 MHz low 1,44 W
144 MHz high 5,28 W
435 MHz low 1,81 W
435 MHz high 4,98 W

6.

RX Bandbreite ( Stellung W/N egal) 18,7 kHz – 1,15 KHz

7. Empfangsleistung

144 MHz FM ( 20 dB SINAD ) -120,2 dBm
435 MHz FM ( 20 dB SINAD ) -119,5 dBm

8. Modulation:

FM-Wide Hub 5,10 kHz
FM-Narrow Hub 2,61 kHz

Messgeräte:

R&S CMT 52
Tektronix 2710
Rigol DSA815-TG

Messungen am Baofeng GT3-Mark II

Filed under: Uncategorized — DL4OCH @ 9:37 am

Um es vorweg zu nehmen, ich bin mit meinem Baofeng UV-5R Plus voll und ganz zufrieden, abgehen von den Unzulänglichkeiten, die man in dieser Preisklasse erwarten kann. Ein S-Meter gibt es nicht wirklich und die Einstellung des Squelch ist egal. Alles zwischen Stufe 1 bis 9 ist eine Rauschsperre gleichen Pegels. Die Haptik, aufgrund des eckigen Gehäuses ist gewöhnungsbedürftig, aber für 30 Euro kann man auch nicht viel mehr erwarten.

Groß als echter Weiterentwicklung in dieser Geräteklasse wurde das GT3-Mark II angepriesen. Zugegeben, der Empfänger klingt wesentlich runder und auch die Modulation ist nicht mehr so „dünn“ wie bei seinem Vorgänger. Der Empfänger scheint auch empfindlicher zu sein. Leider gilt dies auch für jegliche Telemetriesignale im 433MHz-Band. Diese lassen bei jedem Datentelegramm die Rauschsperre öffnen. Dumm, wenn man eine Wetterstation in Betrieb hat und im 30 Sekundentakt berieselt wird.

Das war auch der Grund, warum ich mein GT-3 Mark II an den Messplatz gehangen habe. Messungen der Squelch-Schwellen habe ich mir erspart, da schon sendeseitig einiges nicht passt. Ein Funkgerät soll eine Unterdrückung von Nebenwellen von 60dB haben. Dieser Wert wird leider fast nie erreicht. Ein weiteres Problem ist die Empfangsbandbreite: Sie beträgt 13 kHz, egal ob FM, oder FM-N gewählt wird. Das passt zwar wunderbar für die neueren Schmalband-Relais, aber die alten 25kHz-Relais lassen den Klirrfaktor in die Höhe schnellen.

Ich gebe weder eine Empfehlung, noch rate ich von dem Gerät ab. Hier sollte sich jeder selbst Gedanken machen.

Messdatum:        29.09.2014
Messmittel:        R&S CMT52 Funkmessplatz
Tektronix 2710 Spektrum-Analyser
Rigol DSA815-TG

 

UUT:                     Baofeng GT3-Mark II #28020901GT303122

I. Messung der Nebenaussendungen

I.I. 144 MHz low-power

gt3_144_low

 

I.II. 144 MHz high power

gt3_144_high

I.III 435 MHz low-power

gt3_70cm_low

I.IV. 435 MHz high-power

gt3_70cm_high

 

II. Messung des Hubs (Soll: 2.5 kHz für NFM und 5 kHz für FM)

Band Mod. Hub
145 MHz FM 4,93 kHz
145 MHz N-FM 2,44 kHz
435 MHz FM 5,54 kHz
435 MHz N-FM 2,62 kHz

III. Messung dem Empfangsbandbreite. Hier gibt es keinen Unterschied zwischen N-FM und FM:

13 kHz Bandbreite -0,7 kHz Versatz

IV.: Messung des Klirrfaktors bei Empfang:

Hub Klirrfaktor
2,5 kHz 1,35%
5,0 kHz 2,28%

V.: Messung der Eingangsempfindlichkeit für 20 dB SINAD

Band Pegel
145 MHz -120,9 dBm
435 MHz -122,0 dBm

 

 

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